Grundlegendes zum Studium der Volkswirtschaftslehre

Gegenstand des volkswirtschaftlichen Studiums

Gegenstand des volkswirtschaftlichen Studiums

Die Volkswirtschaftslehre beschäftigt sich mit allen Aspekten der Frage, wie man knappe Ressourcen am besten („effizient“) verwendet, um bestimmte, klar definierte Ziele zu erreichen. Solche Ziele sind beispielsweise: eine ausreichende Güter- und Geldversorgung bei niedriger Inflation und hoher Beschäftigung; eine gerechte Verteilung von Einkommen und Vermögen; hohes, nachhaltiges und stetiges Wachstum; außenwirtschaftliches Gleichgewicht. Hinter den aggregierten volkswirtschaftlichen Größen: Sozialprodukt, Preisniveau, Arbeitslo­senrate, Handelsbilanz stehen die Handlun­gen Tausender einzelner Unternehmen und Haushalte. In einer Marktwirtschaft werden die meisten dieser Handlungen, die gewissen Gesetzmäßigkeiten folgen, über die Märkte koordiniert. Wie lassen sich staatliche Aktivitäten dann begründen und wie funktioniert der Staat? Welche sind die Grundprinzipien rationalen Handelns und was bedeutet es, ökonomisch zu denken? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Effizienz und Gerechtigkeit?

Wirtschaftliche Zusammenhänge sind kompliziert, weil sie nahezu alle Bereiche des gesell­schaftlichen Lebens umfassen. Die untersuchten Fragen reichen von Fertilitätsentscheidungen über Bildungs- und Arbeitsmarktfragen bis hin zur staatlichen Gesundheits- und Rentenpolitik, von dem Auftauchen bahnbrechender Erfindungen über die internationale Wissensdiffusion bis hin zur Entstehung von Konventionen, Kooperationen und Institutionen, von der Preisbildung für Superstars über die Deregulierung im Bereich der Telekommunikation bis hin zur Preispolitik internationaler Rohstoffkartelle oder dem Zusammenschluss von Staaten in Zoll-, Währungs- oder politischen Unionen. Das Studium der Volkswirtschaftslehre erlaubt eine strukturierte Annäherung an diese komplexe Materie und eine Einführung in die Methoden wissenschaftlicher, sowohl theoretischer als auch empirischer Arbeit. Ziel ist dabei die Anwendung der Theorie zur Lösung konkreter wirtschafts- und finanzpolitischer Probleme.

Voraussetzungen

Voraussetzungen

Studierende der Volkswirtschaftslehre sollten ein ausgeprägtes Interesse an gesellschaftlichen und wirtschaftspolitischen Fragen und Spaß am Bewältigen komplizierter Zusammenhänge haben. Das Interesse erkennt man zum Beispiel an dem durch Zeitungslektüre oder im Schulunterricht erworbenen wirtschaftlichen Problembewusstsein sowie an der Neugierde gegenüber aktuellen volkswirtschaftlichen Themen.

Die Volkswirtschaftslehre nähert sich ihren Fragen unter Verwendung spezifischer, häufig formaler Methoden (Mathematik, Statistik, Datenverarbeitung). Ein gutes mathematisches Grundverständnis sowie die Bereitschaft, eventuelle Wissenslücken vor oder während des Studiums zu schließen, sind daher unerlässlich. Da ein Teil der Fachliteratur nur in englischer Sprache vorliegt, sollten Studierende der Volkswirtschaftslehre über gute Englischkenntnisse verfügen bzw. bereit sein, sich diese schnell anzueignen.

Berufliche Perspektiven

Berufliche Perspektiven

Absolventen der Volkswirtschaftslehre finden ihre Chancen in der privaten Wirtschaft (besonders im Bank- und Versicherungswesen, in Beratungsfirmen, im Managementbereich oder in volkswirtschaftlichen Abteilungen großer Firmen), in der öffentlichen Verwaltung (Ministerien des Bundes und der Länder, aber auch internationale Behörden aus den Bereichen Wirtschafts-, Sozial-, Finanz, Umwelt- und Entwicklungspolitik), in Kammern und Verbänden, in wissenschaftlichen Forschungsinstitutionen sowie in Einrichtungen der Fortbildung und Umschulung.